„Die Pflicht, Chancen und Risiken eines Forschungsvorhabens abzuwägen"

Forschungsprojekte der Textilszene durchlaufen mehrere Prüfungen. Die erstefindet im Forschungskuratorium Textil (FKT, Berlin) statt, wo ein Fachgremium -bestehend aus 43 ehrenamtliche Experten - die Projektanträge begutachtet. Fürden Textilforschungsbericht 2018 des FKT wurden verschiedeneGremiumsmitglieder, zu denen Sabine Anton-Katzenbach gehört, nach ihrerMotivation für dieses Engagement befragt. Hier ist ihre Antwort, die in demBericht auf Seite 6 nachzulesen ist:

"Forscher sind auf ihrem Gebiet absolute Koryphäen, was für die Sachegut ist. Aller-dings haben Wissenschaftler in der Regel kaum Praxiserfahrungenund eher ober-flächliche Marktkenntnisse. Hinzu kommt, dass Forschung dieNeigung hat, das ange-strebte Ziel mit starrem Blick nach vorne zu verfolgenund dabei blind gegenüber den Nachteilen wird. Diese Erfahrung musste RobertOppenheimer machen. Auch wenn die Textilforschung wohl kaum ein so gefährlichesTerritorium wie die Atomphysik betreten dürfte, halte ich es für meine Pflicht,die Chancen und Risiken eines geplanten Forschungsvorhabens abzuwägen undStellung zu beziehen."